Dresdner Bank – Die „SS Bank“ und ihre Vergangenheit

Veröffentlicht: 30. April 2013 in Verbrechen

Für die Dresdner Bank gehörten Kontakte zu Partei und Hermann Göring zu betriebswirtschaftlichen Zielen. Nur so profitierte die Bank vom Vernichtungskrieg. Nicht zuletzt war sie wichtigste Kreditgeberin für die SS, war an der „Arisierung“ jüdischer Vermögen und der „Germanisierung“ annektierter Gebiete Profiteur. Im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung war von einer „Goldgräberstimmung“ in der Bank die Rede.

Sehr makaber ist die Rolle in der Auszahlung von Betriebsrenten an deportierte Juden. Die Bank weigerte sich, diese weiter zuzahlen und verlangte von der Ghettoverwaltung in Lodz Bescheinigungen, das die RentenbezieherInnen noch am Leben waren. Bei Alten ging die Bank davon aus, sie würden den Winter ohnehin nicht überleben. Die Zahlungen wurden eingestellt.

Das jüdische Museum verzichtete darauf, dass die Präsentation in deren Räumen stattfand. Der Abschluss der Studie ist geradezu Lob für die Bank, die „in respektabler Weise den Weg auf die Höhe der in unserem Lande mittlerweile erreichten Erinnerungskultur gefunden“ hat. Bei einer solch Menschenverachtenden Vergangenheit könnte die Dresdner Bank getrost auf solch ein Eigenlob verzichten.Wäre alles ja nicht nötig, hätte sie sich den Ruhm als „SS Bank“ vor über 60 Jahren gespart.
1932 musste die Dresdner Bank auf Anordnung der Reichsregierung mit der zahlungsunfähigen Darmstädter und Nationalbank, mit der sie bereits seit 1930 eine Interessengemeinschaft verband, fusionieren. Das Deutsche Reich übernahm die Aktienmehrheit. Zwischen 1933 und 1942 expandierte das Geschäft der Dresdner Bank sehr stark, da sie engste Verbindungen zum NS-Regime, der NSDAP sowie der SS und ihnen angeschlossenen Organisationen unterhielt.

So übernahm sie etwa 1935 im Zuge der „Arisierung jüdischen Vermögens“ die traditionsreiche Dresdner Privatbank Arnhold. Insgesamt gilt die Dresdner Bank als die deutsche Großbank, die am meisten in die Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft verstrickt war. Besonders profitiert hat die Bank von den Eroberungskriegen der Nazis im Osten. Die Dresdner Bank hatte gehofft, in einem germanisierten Europa eine führende Rolle im Bankenbereich spielen zu können.

Ermittlungen gegen die Dresdner Bank 1946

Wir dokumetieren hier mit einigen kurzen Auszügen aus dem OMGUS-Bericht (Kapitel I, Kapitel II, Kapitel V, Kapitel VIII), wie eng die Dresdner Bank mit den NS-Regime kooperiert hat.

OFFICE MILITARY GOVERNMENT FOR GERMANY; UNITED STATES FINANCE DIVISION – FINANCIAL INVESTIGATION SECTION O.M.G.U.S.

Militärregierung der Vereinigten Staaten für Deutschland; Finanzabteilung – Sektion für finanzielle Nachforschungen

KAPITEL I – Empfehlungen

Es wird empfohlen:

  • 1. durchgreifende Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, den Dodge-Plan zur Dezentralisierung des Bankwesens in Form eines Viermächtegesetzes zu verwirklichen;
  • 2. die Dresdner Bank zu liquidieren;
  • 3. die verantwortlichen Mitarbeiter der Dresdner Bank, alle Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sowie bestimmte Abteilungs-, Filial- und Zweigstellenleiter anzuklagen und als Kriegsverbrecher vor Gericht zu stellen
  • 4. die verantwortlichen Mitarbeiter der Dresdner Bank von wichtigen Positionen im politischen und wirtschaftlichen Leben Deutschlands zu entfernen und für die Zukunft davon auszuschließen.

Kapitel II – Zusammenfassung

Die Ermittlungen gegen die Dresdner Bank haben ergeben, daß sie eine Übermäßige Konzentration wirtschaftlicher Macht darstellt und daß sie an Kriegsverbrechen beteiligt war.

In Amerika findet sich keine Entsprechung zur Dresdner Bank, die sich als Universalbank sowohl auf dem Gebiet des Handels- und Investmentbankwesens als auch auf dem des Filialbankwesens betätigte. Sie kontrollierte große Aktienpakete anderer Gesellschaften, für die sie das Stimmrecht ausübte, obwohl ihr nur ein geringer Teil davon gehörte. Sie beherrschte den Effektenmarkt und unterhielt praktisch eine eigene Wertpapierbörse innerhalb ihrer Bank. Zwischen ihr und anderen Geldinstituten und Industrieunternehmen bestanden so starke personelle Verflechtungen, daß sie zusammen eine wirtschaftliche Einheit bildeten.

Das Foto zeigt den Vorstand der Dresdner Bank ca. 1937 unter einem Hitler-Portrait. Außen sitzen die beiden SS-Ehrenoffiziere Emil Meyer (links) und Karl Rasche (rechts).

Das Foto zeigt den Vorstand der Dresdner Bank ca. 1937 unter einem Hitler-Portrait. Außen sitzen die beiden SS-Ehrenoffiziere Emil Meyer (links) und Karl Rasche (rechts)

Die Dresdner Bank ist die zweitgrößte Geschäftsbank Deutschlands. Noch 1931-1932 war sie dem Konkurs nur durch zwei finanzielle Sanierungen entgangen; während des Nazi-Regimes jedoch entwickelte sie sich zu einer hochkonzentrierten Wirtschaftsmacht, deren Anteil an den gesamten Aktiva aller Geschäftsbanken in Deutschland sich auf 14% oder 8,6 Milliarden Reichsmark belief.

Allein in den sechs Jahren von 1938-1944 verdreifachten sich die Aktiva der Dresdner Bank, und ihre Einlagen stiegen im gleichen Maß. Die beherrschende Stellung, zu der sie in den zwölf Jahren der Nazi-Herrschaft aufstieg, resultierte ans ihrer skrupellosen Ausnutzung aller Bereicherungsmöglichkeiten, die das Nazi-Regime ihr bot, zunächst innerhalb Deutschlands, später in allen eroberten Ländern Europas.

Die Dresdner Bank stand in enger Verbindung zu den wichtigsten Industrieunternehmen Deutschlands und übte über ganze Schlüsselbereiche des deutschen Wiederaufrüstungsprogramms eine beherrschende finanzielle Kontrolle aus. Welche personellen Verflechtungen und Querverbindungen zwischen der Dresdner Bank und der deutschen Industrie bestanden, zeigt die Tatsache, daß die neun Vorstandsmitglieder der Bank zusammen 195 Sitze in den Aufsichtsräten wichtiger Unternehmen innehatten; Carl Goetz saß zudem in mehr Aufsichtsräten der Schwerindustrie als irgend jemand sonst in Deutschland.

Die Dresdner Bank war für die gesamte militärische Flugzeugindustrie in Deutschland von den ersten Anfängen bis in die letzten Kriegsmonate hinein die Hauptemissions- und Hausbank. Von 1934 an leitete sie das Bankenkonsortium zur Finanzierung des ersten Konzerns für synthetische Treibstoffe, Brabag, der die ganze deutsche Braunkohleindustrie umfaßte. 1937 plante sie gemeinsam mit Admiral Raeder vom Oberkommando der deutschen Kriegsmarine die Beschaffung und Tarnung großer Ölreserven in Mexiko und dem Irak, um die Versorgung der deutschen Kriegsmarine im Kriegsfalle sicherzustellen. Sie leitete das Bankenkonsortium, das 1937 das Grundkapital der Hermann Göring-Werke finanzierte, obwohl deren Kreditwürdigkeit allgemein in Zweifel gezogen wurde. Die Gründung dieses Unternehmens, das zum zweitgrößten Stahlproduzenten Deutschlands wurde, diente ausdrücklich dem Zweck, eine ausreichende Versorgung der deutschen Rüstungsindustrie mit Eisenerz zu gewährleisten. Während der Expansionsphase des Unternehmens Übernahm die Dresdner Bank als Hausbank der Hermann Göring-Werke unmittelbar nach der Annexion der Tschechoslowakei im Auftrag ihres Klienten die acht größten Kohle-, Stahl-, Werkzeugmaschinen- und Rüstungskonzerne des Landes einschließlich der Skoda Werke.

Unter den Kreditinstituten in Deutschland beteiligte sich die Dresdner Bank besonders rege an der Ausbeutung und Ausplünderung der wirtschaftlichen Ressourcen in den eroberten Ländern Europas. Von 1937 bis 1942 stieg die Zahl ihrer Auslandsfilialen auf das Achtfache. Als Ziele ihrer Auslandstätigkeit – integraler Bestandteil der von den Nazis verfolgten Absicht, Europa zu beherrschen – definierten Göring, Funk und andere führende Nazis:

  • 1. die ökonomischen Ressourcen der eroberten Länder für das deutsche Kriegspotential nutzbar zu machen;
  • 2. die Wirtschaft dieser Länder in die Deutschlands zu integrieren und eine permanente Kontrolle des Industrie-, Handels- und Bankwesens in diesen Ländern einzurichten.

In der Tschechoslowakei, Polen, Belgien, Holland und Luxemburg führte die Dresdner Bank diese Richtlinien durch, indem sie zahllose Banken und Industriebetriebe rücksichtslos an sich brachte. Mit ihren Zweigniederlassungen und Filialen bildete sie sowohl in Deutschland als auch in den eroberten Ländern die treibende Kraft zur „Zwangsarisierung“ von Unternehmen in jüdischem Besitz. Viele große und kleinere Firmen gingen in ihren Besitz über, nachdem die jüdischen Eigentümer ins Gefängnis oder in Konzentrationslager verschleppt worden waren, wo man sie unter Androhung der Todesstrafe zwang, ihre Geschäftsanteile der Dresdner Bank zu übertragen. Sie nutzte ihre Beziehungen zur Partei und zur SS, um Unternehmen ausfindig zu machen, die sich zur „Arisierung“ eigneten, und vermittelte „Käufer“, denen sie die notwendigen Kredite zur Fortführung der Geschäfte garantierte, um dann Gebühren entsprechend dem Wert des vermittelten Objekts zu erheben.

Das enorme Wachstum und die Expansion der Dresdner Bank in der Zeit von 1933-1942 waren nur aufgrund der engen Verbindungen möglich, die sie zu Regierung, Partei, SS und ihnen angeschlossenen Organisationen unterhielt. Keine andere große Geschäftsbank in Deutschland war so rückhaltlos in ihrer Politik, ihrem Personal und ihren Praktiken auf den Nationalsozialismus eingeschworen wie die Dresdner Bank. Drei Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates waren SS-Brigadeführer und sieben gehörten dem berüchtigten Kreis um Himmler und Keppler an. Zu den vier einflußreichsten Persönlichkeiten der Dresdner Bank gehörten SS-Brigadeführer Fritz Kranefuß, SS Brigaderührer Emil Meyer und SS-Obersturmbannführer Karl Rasche. In einem Zeitraum von neun Jahren besorgte die Dresdner Bank SS-Organisationen Kredite in Höhe von mehreren 10 Millionen Reichsmark und ließ dem Himmler-Kreis aus eigenen Mitteln jährlich 50.000 Reichsmark für „besondere Zwecke“ zukommen.

Über ihre Filialen und Zweigniederlassungen diente die Dresdner Bank in den Vorkriegsjahren als Stützpunkt zur Verbreitung von Nazi-Propaganda in Südamerika, den Balkanländern und im Nahen Osten, wobei viele ihrer leitenden Angestellten und Mitarbeiter in diesen Ländern führende Rollen übernahmen.

Die Dresdner Bank setzte ihre außerordentliche wirtschaftliche Macht in Deutschland und den eroberten Gebieten Europas dazu ein, der Durchführung der kriminellen Absichten des Nazi-Regimes Beihilfe zu leisten. Sie handelte als Komplize bei der Ausführung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit. Die direkte Verantwortung für diese Verbrechen liegt bei den Vorstandsmitgliedern der Dresdner Bank, die sie anordneten, bei den Mitgliedern des Aufsichtsrates, die sie billigten und sich daran beteiligten, und bei den leitenden Mitarbeitern, die sie ausführten.

KAPITEL V – Die Dresdner Bank – eine Konzentration wirtschaftlicher Macht

Adolf-Hitler-Spende der Deutschen Wirtschaft, Quittung Dresdner Bank über 120.000 RM

Adolf-Hitler-Spende der Deutschen Wirtschaft, Quittung Dresdner Bank über 120.000 RM

Die sechs deutschen Großbanken beherrschten das gesamte Bankwesen des Landes und kontrollierten oder beeinflußten fast alle Bereiche der deutschen Industrie. Gemeinsam mit der NSDAP und dem Nazi-Staat bildeten sie und die Großunternehmen den Nazismus.

Nach der Deutschen Bank war die Dresdner Bank das zweitgrößte Kreditinstitut in Deutschland. Obwohl die sechs Großbanken zahlenmäßig nur l% der gesamten deutschen Geschäftsbanken (650) ausmachten, belief sich ihr Anteil an den Gesamtaktiva auf mehr als 50% und der aller Einlagen einschließlich Spareinlagen und Einlagen von Kreditinstituten auf über 60%. Allein der Anteil der Dresdner Bank an den Gesamtaktiva machte 14% oder 8,6 Milliarden Reichsmark aus.

Gemessen an der Zahl ihrer Beschäftigten (13.700 im Jahr 1943) und ihrer Filialen (368 im Jahr 1941) wurde sie nur von der Deutschen Bank übertroffen. Nur die Tatsache, daß sie eine gigantische Konzentration wirtschaftlicher und finanzieller Macht darstellte, erlaubte es der Dresdner Bank, in einer Weise aktiv zu werden, wie dieser Bericht es in späteren Kapiteln beschreibt.

Hinter dem deutschen Staat stand eine Organisation von Trusts und Konzernen, die flexibler, dauerhafter und fester zusammengeschlossen waren als die offizielle Regierung und praktisch eine zweite Regierung bildeten. Diese Konzerngiganten waren das Herzstück der deutschen Industrie, die Schrittmacher des deutschen Wirtschaftslebens. Aber sie standen wiederum in ihren Entscheidungen unter dem beherrschenden Einfluß der Großbanken. Zum Machtbereich der Großbanken sagte Baron Kurt von Schröder:

„Der Einfluß der Großbanken auf die deutsche Industrie erreichte ein derartiges Ausmaß, daß es kaum einen Teil der deutschen Industrie gab, der nicht unter ihrer Kontrolle stand.“ (Beweisstück 21)

Die Dresdner Bank kannte die verschiedensten Mittel und Wege, ihren Interessen in der Industrie Geltung zu verschaffen: vom Aktienbesitz über die Vertretung großer Aktienpakete auf den Jahreshauptversammlungen der Industrieunternehmen und persönliche Bindungen in Form von Überkreuzverflechtungen der Aufsichtsräte bis hin zum wohl wichtigsten Hebel, der Kreditbewilligung, die es der deutschen Industrie in der Zeit von 1933 – 1944 erlaubte, so sehr zu expandieren, daß sie die Aggressionspläne des Nazi-Regimes ausführen konnte.

Eine knappe Analyse jeder dieser Methoden der Dresdner Bank wird zeigen, daß ihr Einfluß auf die Aktivitäten bestimmter Industriezweige alles in allem groß genug war, um die Forderung zu rechtfertigen, sie mitverantwortlich für Taten zu machen, die irgendeiner dieser Konzerne begangen hat und die unter die Definition von Kriegsverbrechen sowie von Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit fallen.

Die Dresdner Bank hatte nur vergleichsweise geringe Aktienanteile an Industrieunternehmen in ihrem direkten Besitz, da die großen Gesellschaften darum bemüht waren, den Großteil ihrer Aktien selbst in der Hand zu behalten. Lediglich 1931 – 1932, während der industriellen Reorganisation, die der Weltwirtschaftskrise folgte, kam sie durch die Umwandlung eingefrorener Kredite in Gesellschaftsanteile zu beachtlichen Aktienmengen. Wegen des damit verbundenen Risikos hatte sie jedoch kein Interesse daran, sie zu behalten. Sie zog es im allgemeinen vor, ihre Industriebeteiligungen gestreut an ihre Kunden zu verkaufen, wobei sie sich die Vertretung der Anteile auf den Hauptversammlungen vorbehielt.

Es war in Deutschland immer schon üblich, daß Aktionäre ihre Wertpapiere ins Depot ihrer Bank gaben und ihr das Stimmrecht auf den Hauptversammlungen der Gesellschaft übertrugen. Dr. Otto Schniewind, ehemaliger Leiter der Abteilung für Bankwesen im Reichswirtschaftsministerium, erklärte, daß die Großbanken aufgrund dieser Praxis in fast allen deutschen Industriekonzernen die Stimmenmehrheit kontrollierten und somit die Geschäftspolitik fast jeden Unternehmens von einiger Bedeutung entscheidend beeinflußten (Beweisstück 22). Ein Teil der Aktien, für die die Bank das Stimmrecht ausübte, gehörte zu ihrem eigenen Bestand, der weitaus größere Teil aber war ihr von Kunden zur Verwahrung anvertraut. Indem also die Dresdner Bank die Aktien in ihrem Kundenkreis hielt, sicherte sie sich das Stimmrecht. Beweisstück 22A zeigt, für welche Aktienmenge allein die Frankfurter Filiale der Dresdner Bank im Jahr 1943 das Depotstimmrecht ausübte. Damit konnte die Bank einerseits ihr Risiko minimieren und andererseits ihren Einfluß auf bestimmte Industrieunternehmen behalten. Hans Rinn, bis 1939 Leiter der Konsortial-Abteilung in der Zentrale der Dresdner Bank und später Leiter der Börsen-Abteilung, erklärte, daß die Bank die meisten Aktientransaktionen außerhalb der Börse vornahm. „Wir zogen es vor, solche Aktienanteile unter unseren Kunden zu verteilen, um eine gewisse Kontrolle über die Stimmrechte zu behalten.“ (Beweisstück 23) Hätte man die Aktien an Außenstehende verkauft, wäre diese Kontrollmöglichkeit verlorengegangen.

Sich die Stimmrechte zu erhalten war um so wichtiger, als sie in den meisten Fällen den Verteilungsschlüssel für die Quoten lieferten, nach denen die Banken an großen Anleihen und Krediten einschließlich Konsortialgeschäften beteiligt wurden. Im allgemeinen richtete sich der Anteil einer Bank an einem Konsortialgeschäft nach ihrem Stimmenanteil an der betreffenden Gesellschaft oder wurde zumindest davon beeinflußt. Trotz gewisser gesetzlicher Beschränkungen (Aktiengesetz von 1937, § 110 und § 114 Absatz 4, wonach die Bank eine schriftliche Ermächtigung des Kunden braucht, um ihn in der Hauptversammlung zu vertreten) übten die Banken weiterhin freizügig das Depotstimmrecht für ihre Kunden aus, und die schriftliche Ermächtigung wurde reine Routinesache (Beweisstück 24). Ein weiterer Faktor, der den Stimmenanteil der Bank erhöhte, war die Tatsache, daß die Sicherheiten für ein Darlehen häufig in Gesellschaftsanteilen bestanden; selbstverständlich vertrat sie diese Aktien ebenso wie die übrigen.

Die engen Beziehungen zwischen der Dresdner Bank und der Industrie kamen in den Überkreuzverflechtungen der Aufsichtsräte deutlich zum Ausdruck. Die Männer, die in der Dresdner Bank an den Hebeln der finanziellen Macht saßen, übten auch auf die Industrie einen gewaltigen, konzentrierten Einfluß aus, der durch ihre Präsenz in den Aufsichtsräten der Industriekonzerne sichergestellt war.

Aus Beweisstück 25 geht die Zahl der Positionen hervor, die Führungskräfte der Dresdner Bank in anderen Firmen bekleideten. Die Tabelle gibt den Stand von 1944 wieder und führt, nach Industriezweigen untergliedert, Unternehmen des In- und Auslands auf; sie erfaßt 92% der gesamten Führungsspitze der Dresdner Bank, in der 34 Vertreter insgesamt 451 Positionen in anderen Gesellschaften innehatten. Diese Männer kontrollierten große Bereiche der Schlüsselindustrien in Deutschland. Über sie und über die Einflußmöglichkeiten, die ihr die Kontrolle der Aktienanteile eröffnete, nahm sie eine strategische Position im Wirtschaftsleben Deutschlands ein.

Es wurde darauf verzichtet, diesen statistischen Informationen noch Angaben über Verflechtungen auf der Ebene der Filial- und Abteilungsleiter hinzuzufügen, obwohl sie in der Tat erheblich zum Kontrollsystem beitrugen, das die Dresdner Bank über die Wirtschaft aufgebaut hatte. Jedoch gibt ein internes Memorandum vom 18. August 1942, das sich mit Überkreuzverflechtungen beschäftigt, Aufschluß über deren Ausmaß. In den 117 aufgeführten Firmen waren 80 Aufsichtsratssitze von Mitarbeitern besetzt, die nicht in der Berliner Zentrale beschäftigt waren (Beweisstück 26). Die Dresdner Bank bemühte sich tatkräftig, diese verzweigten Verflechtungen herzustellen, wie ein Brief von Hans Rinn vom 17. April 1942 deutlich zeigt. Darin ging es um die Verteilung des Aktienkapitals der Schering AG in Höhe von 29.585.000 Reichsmark, wovon die Dresdner Bank etwa 25% kontrollierte. Rinn schlägt vor:

„Aus all diesen Gründen wäre daher doch die Frage zu prüfen, ob man nicht zu gegebener Zeit wegen einer engeren Verbindung, evtl. Erlangung eines Aufsichtsratsmandats bei Schering entsprechende Fühlung aufnehmen sollte.“ (Beweisstück 27)

Bei diesen Aufsichtsratsposten handelte es sich nicht um bloße Ehrenmitgliedschaften, es ging vielmehr um einen Weg, sich die Kontrolle über die Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu sichern. Eine interne Aktennotiz über die geplante Finanzierung einer neu „erworbenen“ Firma im Protektorat beschäftigt sich mit diesem Aspekt. Es heißt dort:

„Da der bisherige Detag-Vorstand für die Bewältigung der neuen Aufgaben nicht zureichend erscheint, vor allem seine Ergänzung durch einen industriell orientierten Textilmann nötig ist, habe ich Herrn Elkmann… davon in Kenntnis gesetzt, daß uns Herr Schlüter, der Trübau kennt, und dem Herr Achter, Gladbacher Wolle, die Leitung in Trübau anvertrauen wollte, geeignet erschiene.“ (Beweisstück 28)

In der Organisation des deutschen Geschäftslebens gab es eine Besonderheit, die weiterreichende Einflußmöglichkeiten eröffnete, als es auf den ersten Blick erscheint. Eine Aktiengesellschaft konnte Gesellschafterin einer GmbH sein, wodurch ihre Haftung auf die Höhe ihrer Beteiligung beschränkt war. Die beherrschende Stellung innerhalb einer Aktiengesellschaft erstreckte sich daher auch auf die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, an denen sie beteiligt war. Die Dresdner Bank schöpfte dieses Mittel so weit wie möglich aus. Der riesige Chemiekomplex Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt (DEGUSSA) bestand zum Beispiel aus insgesamt 42 separaten Unternehmenseinheiten, von denen 12 Aktiengesellschaften und 30 Gesellschaften mit beschränkter Haftung waren. Die Dresdner Bank war nur in den Aufsichtsräten der Schlüsselkonzerne vertreten, reichte aber aufgrund der bestehenden Gesellschaftsverträge mit ihrem Einfluß in alle Zweiggesellschaften hinein.

Da die großen Firmen häufig die Dienste mehrerer Großbanken in Anspruch nahmen, ist es manchmal schwer auszumachen, ob sie unter der ausschließlichen Kontrolle einer bestimmten Bank standen.

Bei genauerer Betrachtung zeichnen sich jedoch gewisse eindeutige Tendenzen ab. Die gesamte deutsche Flugzeugindustrie war Hauptdomäne der Dresdner Bank. Das gleiche gilt für Krupp, Wintershall, Brabag und so weiter. Ihr Verhältnis zur Flugzeugindustrie wird in einem anderen Kapitel behandelt.

Die Stellung der Familie Krupp innerhalb der deutschen Schwerindustrie und ihr Anteil an der Planung und Vorbereitung des Ersten und des Zweiten Weltkrieges bedarf keiner weiteren Erörterung. Die Dresdner Bank war die Hausbank des Kruppkonzerns. Ihre engen Verbindungen gehen bis ins Jahr 1890 zurück. Der einzige Vertreter einer Bank im Aufsichtsrat von Krupp war ein Vorstandsmitglied der Dresdner Bank. Bis 1932 war dies Henry Nathan, dem Samuel Ritscher folgte; als er sich 1937 angesichts der Nazi-Rassengesetze gezwungen sah, sich aus der Geschäftsführung der Bank zurückzuziehen, übernahm Carl Goetz, die führende Persönlichkeit in der Dresdner Bank, seinen Platz.

Umgekehrt war die Krupp AG immer im Aufsichtsrat der Dresdner Bank vertreten, bis 1937, als Alfried Krupp Mitglied des Aufsichtsrats wurde, durch Buschfeld, den Direktor der Einkaufsabteilung bei Krupp. 1939 kam ein weiteres Mitglied der Krupp-Geschäftsleitung, Ewald Löser, hinzu. Es ist bezeichnend, daß damit zwei der drei Männer des Krupp-Führungsgremiums im Aufsichtsrat der Dresdner Bank waren. Die Bindungen zwischen Krupp und der Dresdner Bank setzten sich auch auf regionaler Ebene fort, wo Busemann, Finanzdirektor der Krupp AG, dem Länderausschuß der Dresdner Bank für Westfalen angehörte. Die Dresdner Bank erwies der Krupp AG große Dienste, indem sie Anleihen für die Firmenexpansion zeichnete und ihr und ihren Tochtergesellschaften langfristige Kredite verschaffte. 1936 zeichnete sie eine Anleihe von 53,8 Millionen Reichsmark. 1937 stellte sie der Krupp-Tochter, Krupp Treibstoffwerke, Essen, (Aktienkapital 20 Millionen Reichsmark) 10 Millionen Reichsmark zum Bau und Betrieb einer Anlage für synthetischen Treibstoff auf der Basis von Kohle-Nebenprodukten zur Verfügung. Zweck dieses Unternehmens war, „sich an ähnlichen Gesellschaften (für synthetische Treibstoffe) zu beteiligen oder solche zu erwerben.“ 1939 verlängerte sie eine langfristige Anleihe von 40 Millionen Reichsmark. Damit waren die wesentlichen Anleihen bewilligt, die die Friedrich Krupp AG für ihre Geschäfte brauchte, und die Dresdner Bank stellte ihr diese Geldmittel zur Verfügung (Beweisstück 29).

Die enge Zusammenarbeit der beiden Unternehmen beschränkte sich jedoch nicht auf die Verflechtung der Aufsichtsräte und die Bewilligung von Darlehen. Als 1937 das Aktienkapital der Dresdner Bank aus staatlichem in privaten Besitz überführt wurde, kaufte die Krupp AG Anteile im Wert von über 1 Million Reichsmark. Die Dresdner Bank stellte Krupp die Möglichkeiten ihrer Auslandsfilialen und -zweigniederlassungen zur Verfügung. So räumte zum Beispiel die Orientbank in der Türkei Krupp einen Kredit von 5 – 10 Millionen Reichsmark zur Deckung seiner Im- und Exportgeschäfte mit diesem Land ein.

Die Führung des Krupp-Konzerns gehörte zu den 22 Angeklagten der internationalen Prozesse gegen Kriegsverbrecher in Nürnberg. Die Dresdner Bank trägt eine große Mitverantwortung, da sie die Krupp-Aktivitäten finanzierte.

Die Dresdner Bank war nicht nur mit Krupp, dem führenden Unternehmen der Schwerindustrie, aufs engste verbunden, sondern auch mit der Wintershall AG – dem Hauptproduzenten von Pottasche und nach der I.G. Farben dem größten Chemiekonzern in Deutschland -, deren Hausbank sie war. Auf der Jahreshauptversammlung dieser Firma vertrat sie ein ansehnliches Aktienpaket von etwa 15 – 20%.

Henry Nathan vertrat die Bank im Aufsichtsrat von Wintershall bis 1932, Carl Goetz bis 1935 und anschließend Karl Rasche. Der führende Mann und Aufsichtsratsvorsitzende bei Wintershall, Heinrich Schmidt, war Mitglied des Aufsichtsrats der Dresdner Bank, wo er neben der Vertretung eines großen Industriekonzerns auch eine politische Funktion erfüllte, da er Keppler und seinem Kreis sehr nahe stand. Gustav Römer, Direktor bei Wintershall, gehörte dem Länderausschuß der Dresdner Bank in Hessen-Nassau an. Die Dresdner Bank gewährte der Gesellschaft in der Zeit von 1938 – 1942 zwei Darlehen von je 10 Millionen Reichsmark und leitete das Bankenkonsortium, das Wintershall eine Anleihe von 60 Millionen Reichsmark verschaffte.

Für die Rüstung und den geplanten Krieg brauchte man mehr Öl, als Deutschland aus eigenen Quellen fördern konnte. Ziel war die Entwicklung synthetischer Herstellungsverfahren. Daher wurde schon 1934 auf Anordnung von Hjalmar Schacht und unter Beteiligung aller deutschen Braunkohlegesellschaften die Brabag (Braunkohle-Benzin AG, Berlin) gegründet.

Nach seiner ersten Unterredung mit den Braunkohleproduzenten wandte sich Schacht an Karl Rasche von der Dresdner Bank mit dem Ergebnis, daß dieser ein Bankenkonsortium zusammenführte, welches die Finanzierung der Brabag übernehmen sollte. Das Unternehmen war von Anfang an im großen Stil geplant, was ein entsprechendes Kapital erforderte. Die Zeugenaussage Gustav Brechts, des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Brabag, belegt die führende Rolle, die die Dresdner Bank hierbei spielte (Beweisstück 30). Das Bankenkonsortium unter ihrer Leitung gewährte 25 Millionen Reichsmark; davon übernahm die Dresdner Bank einen Anteil von 25%. Aufsichtsratsvorsitzender der Brabag war Keppler, weitere Mitglieder waren Kranefuß, Rasche, Flick, führende Vertreter der Dresdner Bank – alle zuverlässige Anhänger der Nazis.

Auch wenn die Dresdner Bank mit führenden Teilen der deutschen Schlüsselindustrien in engster Verbindung stand, reichte ihr Einfluß weit tiefer und durchdrang alle Industriebereiche in Deutschland. Ihr wichtigstes Mittel bestand dabei in der Bewilligung von Anleihen und Krediten, die ein sprunghaftes Wachstum der Industrie in der Zeit von 1933 – 1944 möglich machten.

Eine unvollständige Liste der Industrieanleihen, die unter Leitung der Dresdner Bank nach 1933 gewährt wurden, gibt einen Einblick in ihren Einflußbereich.

CHEMIE

  • Wintershall, Kapital: 150 RM Anleihe: 50 Mio RM. Personelle Verflechtung über: Karl Rasche, Heinrich Schmidt
  • Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt (DEGUSSA), Kapital: 35,6 Mio RM Anleihe: 30 Mio RM. Personelle Verflechtung über: Wilhelm Avieny, Carl Goetz

EISEN UND STAHL

  • Krupp, Kapital: 160 Mio RM Anleihe (1936): 53,8 Mio RM; (1937): 10 Mio RM; (1939): 40 Mio RM. Personelle Verflechtung über: Ewald Löser, Alfried Krupp v. Bohlen u. Halbach, Carl Goetz
  • Mitteldeutsche Stahlwerke AG, Kapital: 75 Mio RM Anleihe: 29,4 Mio RM. Personelle Verflechtung über: Friedrich Flick, Alfred Busch; Zu fast 100% im Besitz von Flick
  • Erzbergbau und Hüttenbetrieb Göringwerke, Kapital: 560 Mio RM Anleihe: 25 Mio RM. Stärkste Persönlichkeit in den Göring-Werken war Hellmuth Roehnert, Aufsichtsratsmitglied der Dresdner Bank
  • Röchling’sche Eisen- und Stahlwerke, Kapital: 36 Mio RM Anleihe (1936):15 Mio RM; (1943): 25 Mio RM

ELEKTROINDUSTRIE UND ENERGIEERZEUGUNG

  • Lech Elektrizitätswerke AG, Kapital: 40,5 Mio RM Anleihe: 5 Mio RM. 20 Mio RM Kontrolliert vom RWE (Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk AG), das über Ernst Henke und Carl Goetz mit der Dresdner Bank verflochten war. Die Dresdner Bank war auch im Vorstand vertreten
  • C. Lorenz AG (Telefonbau), Kapital: 9,5 Mio RM Anleihe: 15 Mio RM: Personelle Verflechtung über: Alfred von Feronce von der Dresdner Bank, hier Aufsichtsratsvorsitzender; Emil Meyer Vorstandsmitglied beider Firmen
  • Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk AG, Kapital: 246 Mio RM Anleihe: 25 Mio RM; Das RWE war das größte Energieversorgungsunternehmen in Deutschland. Personelle Verflechtung über: Ernst Henke, Carl Goetz

SYNTHETISCHE TREIBSTOFFE

  • Braunkohle-Benzin AG, Kapital: 100 Mio RM Anleihe: 40 Mio RM. Fünf Vertreter der Bank hatten Spitzenpositionen in der Brabag: Fritz Kranefuß, Karl Rasche, Heinrich Schmidt, Friedrich Flick und Heinrich Koppenberg.
  • Gelsenberg-Benzin, Kapital: 50 Mio RM Anleihe: 55 Mio RM. Den Mehrheitsanteil hielt eine Tochtergesellschaft der Vereinigten Stahlwerke.

BERGBAU

  • Bergbau AG, Lothringen, Kapital: 20 Mio RM Anleihe 8 Mio RM. Ein Aktienanteil von 28% war im Besitz von Wintershall. Personelle Verflechtung über: Gustav Overbeck, Heinrich Schmidt.
  • Grube Leopold AG, Bitterfeld (AEG), Kapital: 10,5 Mio RM Anleihe: 5,33 Mio RM. Die Dresdner Bank war mit der AEG über ihre Beteiligung an Gesfurel (Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen) verbunden und personell verflochten über Friedrich Flick und August Goetz, den stellvertretenden Vorsitzenden des AEG-Aufsichtsrats.

KOHLE

  • Gelsenkirchener Bergwerke, Kapital: 200 Mio RM Anleihe: 130 Mio RM. Dies war die größte Unternehmenseinheit der Vereinigten Stahlwerke.

Die Dresdner Bank stellte den deutschen Industriegiganten immense Geldsummen zur Verfügung. Allein im Jahr 1941 bewilligte sie folgende große Kredite:

AEG   39 290 000 RM
I.G. Farben-Komplex   34 838 000 RM
Hermann Göring-Werke 125 000 000 RM
Vereinigte Stahlwerke   39 000 000 RM
Haniel-Konzern   35 000 000 RM
Zentral-Textilien   31 000 000 RM
Junkers   32 000 000 RM
Flick   38 553 000 RM

An Firmen, die von der Vierjahresplanbehörde mit Rohstoffbeschaffung beauftragt waren: 49 000 000 RM

Beweisstück 31 enthält eine Tabelle der 20 größten Kredite, die die Frankfurter Filiale in den Jahren 1934 – 1944 vergeben hat. Alle aufgeführten Darlehen gingen an Unternehmen im Einzugsgebiet dieser Filiale und nicht etwa an große nationale Firmen. Dennoch betragen sie im Durchschnitt ungefähr 500.000 Reichsmark, wobei das größte bei fast 9 Millionen Reichsmark liegt. Und das sind nur die Kredite einer der beinahe 350 Filialen dieser Großbank. Eine der wichtigsten Kontrollmöglichkeiten, deren sich die Dresdner Bank bediente, bestand darin, Posten in den Firmen, denen sie Kredite oder Anleihen bewilligt hatte, mit ihren Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitgliedern besetzen zu lassen.

Die Wirkungsweise dieser Methode wird am Beispiel eines Briefes (Beweisstück 32) deutlich, den die Flugzeuggesellschaft Henschel an Dr. Meyer von der Dresdner Bank schrieb, um ihn von seiner bevorstehenden Wahl in den Aufsichtsrat der Firma zu benachrichtigen. Seine Mitgliedschaft sollte jedoch nur bis zur Rückzahlung des Kredits in Höhe von 2,5 Millionen Reichsmark an die Bank bestehen.

Auf diesem Wege erhielt die Bank auch Informationen über industrielle und finanzielle Entwicklungen aus allen Wirtschaftsbereichen und konnte bestimmen oder zumindest beeinflussen, welche Richtung die hochintegrierte deutsche Wirtschaft einschlug.

Dieser Einfluß reichte allerdings weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, da die Vertreter der Bank in zahlreichen Auslandsunternehmen Ämter innehatten und auch die deutschen Firmen, in denen sie vertreten waren, Auslandskontakte unterhielten. Zudem besaß die Dresdner Bank direkt oder über Mehrheitsanteile viele Kreditinstitute außerhalb Deutschlands, die ihrerseits über ein Netz von Filialen und Zweigstellen verfügten und innerhalb der Industrie ihrer Region ihre Interessen geltend machten. Der Verlauf der Verhandlungen, die die Dresdner Bank im Frühjahr 1938 mit dem Bevollmächtigten der Banque des Pays de l’Europe Centrale, Reuter, über den Kauf der Länderbank Wien, einer österreichischen Tochtergesellschaft der Banque des Pays de l’Europe Centrale, führte, lassen das Ausmaß ihrer Macht erkennen. In einer Verhandlungsphase ging es um die Entscheidung über Führungskräfte und Inhaber von Spitzenpositionen innerhalb der Unternehmen, die die Länderbank Wien kontrollierte. Durch den Erwerb der Länderbank erhielt die Dresdner Bank unumschränkte Vollmacht, diese Leute zu entlassen oder zu ersetzen (Beweisstück 32A).

Ein Auszug aus der Liste der Beteiligungen und personellen Unternehmensverflechtungen der Länderbank Wien vermittelt einen Eindruck von der Größe des Einflußbereichs, den die Dresdner Bank durch die Übernahme dieses Kreditinstituts in der österreichischen Industrie hinzugewann (Beweisstück 33). Die Länderbank Wien war mit 30-40% an der Perlmooser Zementwerke AG beteiligt, deren Aktienkapital 19,5 Millionen Reichsmark und deren Aktiva 36 Millionen Reichsmark betrugen. Der Konzern besaß 16 Zweigwerke in ganz Österreich. Ihr Anteil an den Papierfabriken Pötschmühle-Steyrermühl AG belief sich auf 25-30% des Aktienkapitals von insgesamt 12 Millionen Reichsmark. Das Unternehmen umfaßte 14 Betriebe, darunter Papierfabriken, Sulfat- und Elektrizitätswerke.

Direktor Wolzt, Länderbank, saß in den Aufsichtsräten folgender Firmen:

  • Zellwolle- und Papierfabrik Lenzing AG, Aktienkapital: 25 Mio RM, Aktiva: 41 382 341 RM
  • Litega Linoleum – Teppiche – Gardinen AG, Aktienkapital: 1,5 Mio RM
  • Allgemeine Elementar-Versicherungs-AG, Aktienkapital: 6 Mio RM, Aktiva: 26 227 726 RM
  • Steirische Magnesit-Industrie AG, Aktienkapital: 2,4 Mio RM, Aktiva: 4 375 660 RM
  • Brucker Zuckerindustrie AG
  • Leykam-Josefsthal AG, Papierindustrie, Aktienkapital: 12 Mio RM, Aktiva: 31 641 120 RM
  • Kremenetzki AG, Glühlampenfabrik, Aktienkapital: 2,5 Mio RM, Aktiva: 10 479 226 RM

Direktor Wilhelm Lehr, Länderbank, saß in den Aufsichtsräten folgender Firmen:

  • Waagner-Biro AG (Stahlwerke), Aktienkapital: 6,336 Mio RM, Aktiva: 25 435 292 RM
  • Gaskoks Vertriebs-Gesellschaft mbH
  • Pölser Zellulose AG, Aktienkapital: 5 Mio RM, Aktiva: 9 745 247 RM
  • Lihag, Landwirtschaftliche Industrie- und Handels AG

Direktor Adolf Warnecke, Länderbank, saß in den Aufsichtsräten folgender Firmen:

  • Papierfabriken Pötschmühle-Steyrermühl AG, Aktienkapital: 12 Mio RM, Aktiva: 11 504 025 RM
  • Vorarlberger Zementwerke Lorüns AG, Aktienkapital: 2 733 300 RM, Aktiva: 4 858 845 RM
  • Perlmooser Zementwerke AG, Aktienkapital: 19,48 Mio RM, Aktiva: 35 945 489 RM
  • Gaskoks-Vertriebs-Gesellschaft mbH Julius Meinl AG (Lebensmittelimport), Aktienkapital: 8 Mio RM, Aktiva: 39 553 542 RM
  • Vereinigte Lederwerke Franz Schmitt AG, Aktienkapital: 1 Mio RM, Aktiva: 2 162 420 RM
  • Vereinigte Lederfabriken AG, Aktienkapital: 2 363 500 RM, Aktiva: 3 491 352 RM

Als die Dresdner Bank im Gefolge der deutschen Eroberungen weitere Banken und Niederlassungen übernahm, stieg proportional dazu auch die Zahl der Industriebetriebe, die sie in den besetzten Gebieten kontrollierte. Dr. Otto Schniewind, ehemaliger Leiter der Abteilung für Bankwesen im Reichswirtschaftsministerium, sagte aus:

„Infolge der deutschen Expansion und der Besetzung fremder Gebiete erhielten die deutschen Banken die Gelegenheit, ausländisches Vermögen zu erwerben. Alle Großbanken machten von dieser Möglichkeit Gebrauch und übernahmen im Zuge der deutschen Besatzung Anteile an ausländischen Banken. Die Dresdner Bank hatte, wohl aufgrund ihrer ungewöhnlich engen Beziehungen zur Partei, in dieser Hinsicht größere Vorteile als die anderen Banken.“ (Beweisstück 22)

Mit Hilfe der gleichen Mittel, die ihren Einfluß auf die deutsche Industrie sicherten, dehnte sie nun ihre Kontrolle auf die Wirtschaft der Länder aus, die die deutschen Truppen überrannt hatten. 1939, nach dem Einmarsch in die Tschechoslowakei, übernahm sie die BEB (Böhmische Escompte-Bank) in Prag. Zu den bedeutenderen Unternehmen, an denen sie beteiligt war und die nun in den Machtbereich der Dresdner Bank fielen, gehörten:

  • Elbekosteletzer Zuckerraffinerie AG, Prag. Aktienkapital: 10 Mio RM, Aktiva: 123 317 728 RM, Beteiligung: etwa 35%
  • Vereinigte Carborundum Electrit-Werke. Aktienkapital: 3,5 Mio RM, Aktiva: 8 270 209 RM, Beteiligung: etwa 40%
  • Königshofer Zementfabrik AG, Prag. Aktienkapital: 9,6 Mio RM, Aktiva: 20 501 632 RM, Beteiligung: etwa 20%
  • Poldihütte, Prag. Aktienkapital: 25 Mio RM, Aktiva: 79 417 490 RM, Beteiligung: etwa 9%
  • „Sphinx“ Vereinigte Emaillewerke AG, Prag. Aktienkapital: 3,7 Mio RM, Aktiva: 9 391 898 RM, Beteiligung: etwa 40%
  • Zigarettenpapierfabrik Olleschau, Prag. Aktienkapital: 3,5 Mio RM, Beteiligung: etwa 35-40%
  • Aktiengesellschaft für Spiritusindustrie, Prag. Aktienkapital: 2,4 Mio RM, Aktiva: 4 314 933 RM, Beteiligung: etwa 20-25%
  • Milchindustrie AG, Prag. Aktienkapital: 1,4 Mio RM, Aktiva: 3 682 891 RM, Beteiligung: etwa 20%
  • Brosche AG, Prag. Aktienkapital: 1,8 Mio RM, Aktiva: 6 963 086 RM, Beteiligung: etwa 20-25%
  • Holliner Spiritusfabrik, Prag. Aktienkapital: 1,26 Mio RM, Aktiva: 6 063 000 RM, Beteiligung: etwa 20-23%

Außerdem besaß die BEB zahlreiche personelle Verflechtungen zu verschiedenen tschechischen Industrieunternehmen, deren Reichweite sich an der folgenden Teilliste ablesen läßt:

Direktor Novotny, BEB, Prag

  • Elbekosteletzer Zuckerraffinerie AG
  • Vereinigte Carborundum Elektrit-Werke (Chemikalien)
  • Poldihütte, Prag
  • Pilsener Aktienbrauerei
  • Vereinigte Mährische Zuckerfabriken, Olmütz
  • Melantrichverlag AG, Prag (Papier und Druck)
  • Königshofer Zementfabrik AG, Prag
  • AG für Spiritusindustrie, Prag
  • Nordmährische Brauerei, Mähr. Schönberg
  • Prager Eisenindustrie AG, Prag
  • Moldavia Versicherungs AG, Prag

Direktor von Lüdinghausen, BEB, Prag

  • Königshofer Zementfabrik AG, Prag
  • „Sphinx“ Vereinigte Emaillewerke AG, Prag
  • Waffenwerke Brünn, Brünn
  • Erste Brünner Maschinenfabrik AG, Brünn
  • Berauner Textilwerke AG, Prag
  • Skoda-Werke, Pilsen (Munition)
  • Brosche AG, Spiritus-Industrie AG, Prag
  • Ringhoffer Tatra Werke, Prag (Schwermetall und Maschinen)
  • Milchindustrie AG, Prag

Direktor Dr. Hölzer, BEB, Prag

  • Roth Kosteletzer Spinnerei AG, Prag
  • Zigarettenpapierfabrik Olleschau, Prag
  • Inwald Glaswarenfabrik, Prag
  • Julius Meinl AG, Prag (Lebensmittel)
  • Kolliner Spiritus AG, Prag
  • Fanto Werke AG, Prag (Chemikalien)
  • Berghütte, Prag
  • Prag-Neusiedler Papierfabriken, Prag (Beweisstück 34)

Diese sehr unvollständige Liste der personellen Verflechtungen, die die BEB in der Tschechoslowakei besaß, zeigt schon, welchen Machtzuwachs die Dresdner Bank innerhalb der tschechischen Industrie allein durch die Übernahme einer Bank erzielte. Die BEB ist kein Einzelfall. Sie ist nur eines der zahlreichen Kreditinstitute, die die Dresdner Bank an sich brachte (Beweisstück 35) und mit deren Hilfe sie die Reichweite ihres Einflußbereichs auf die Wirtschaft der besetzten Gebiete in ganz Europa ausdehnte.

Ihr indirekter Einfluß ging sogar noch weiter, da die Führungskräfte der von ihr oder ihren Filialen kontrollierten Firmen wiederum in anderen Unternehmen Spitzenpositionen einnahmen, woraus sich ein dichtes Netz personeller Verflechtungen ergab, das ungeachtet aller politischen Grenzen ganze Wirtschaftssysteme durchzog und in alle Teile der Welt vordrang.

Kapitel VIII – Die Dresdner Bank heute

Die Dresdner Bank, wie sie in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben ist, und die Dresdner Bank von heute sind sich in ihrer Grundstruktur und den Grundsätzen ihrer Geschäftspolitik sehr ähnlich. Immer noch kontrolliert sie einen Großteil des Vermögens in Deutschland. Soweit es ihr möglich war, hat sie das Netz von Filialen und Affiliationen beibehalten, das so gute Dienste beim Aufbau der Nazi-Kriegsmaschinerie geleistet hat. Zu einem großen Teil führen dieselben Leute, die die Bankgeschäfte für das nationalsozialistische Deutschland abwickelten, auch heute die Geschäfte. Die Bandbreite ihrer Tätigkeit ist zwar durch die wirtschaftlichen Bedingungen und die Kommunikationsschwierigkeiten im besetzten Deutschland eingeschränkt, aber die Grundstruktur einer Universalbank ist unverändert erhalten geblieben. Unmittelbar nachdem die Grenzen der Besatzungszonen bekannt wurden, leitete die Geschäftsführung der Dresdner Bank Schritte ein, ihre Arbeit im alten Fahrwasser wiederaufzunehmen.

Ein Rundschreiben von Juli 1945 an alle Filialen in den westlichen Besatzungszonen umreißt die Pläne für die weitere Arbeit. In der Einleitung heißt es:

„Im Zuge der Bemühungen, im sogenannten ‚westbesetzten‘ Teil Deutschlands, d.h. in der amerikanischen, englischen und französischen Besatzungszone, unser Institut für seine Aufgabe in der deutschen Wirtschaft als Großbank wieder voll leistungsfähig zu machen, werden unter dem Namen ‚Zentraldirektion West‘ verschiedene Zentralabteilungen geschaffen, die für alle in dem genannten Gebiet liegenden Niederlassungen – in unseren Rundschreiben künftig kurz als West-Filialen bezeichnet – vorläufig die Funktionen der entsprechenden Büros der Zentrale Berlin ausüben. Bis auf weiteres werden die nachstehend genannten Zentralabteilungen ihre Tätigkeit räumlich voneinander getrennt aufnehmen müssen. Die Filialen werden gebeten, die daraus einer zentralen Führung erwachsenden Schwierigkeiten nach Kräften überwinden zu helfen.“ (Beweisstück 229)

Die Dresdner Bank folgte diesen Direktiven plangemäß, nahm jedoch aufgrund des Zustroms von führenden Vertretern der Bank aus Berlin in die Westzonen einige Veränderungen in der Besetzung des frühen Nachkriegsvorstands vor. Am 7. Dezember 1945 gab man in Hamburg eine Erklärung ab, in der der gegenwärtige Vorstand aufgeführt und seine Funktionen festgelegt waren. Sie besagt:

„Gemäß der Satzung der Dresdner Bank besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Zur Zeit ist nur Herr Direktor Hölling als aktionsfähiges Vorstandsmitglied im Amt. Im Hinblick darauf, daß unter den derzeitigen Verhältnissen eine praktische Möglichkeit, ein weiteres Vorstandsmitglied zu bestellen, nicht besteht, ist von Seiten des Vorsitzers des Aufsichtsrats die Anregung gegeben worden, die Leitung der Bank in die Hände eines Gremiums zu legen, das aus dem amtierenden Vorstandsmitglied und den vier vorhandenen A-Direktoren der Bank bestehen soll.

Über die Verwirklichung und nähere Ausgestaltung dieses Planes haben zwischen den Unterzeichneten Besprechungen stattgefunden, die zu folgendem Ergebnis geführt haben:

1. Es wird eine ‚Geschäftsleitung‘ der Bank gebildet, der Herr Direktor Hölling und die vier Herren Direktor v. Richter, Direktor Rinn, Direktor Schleipen, Direktor Schobert angehören. Aufgabe dieser Geschäftsleitung ist es, die Geschäftsführung der Dresdner Bank anstelle des Gesamt-Vorstandes zu übernehmen.

2. Gegenstand der Beschlußfassung der Geschäftsleitung sind grundsätzlich alle Geschäftsvorfälle, die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung der Entscheidung des Vorstandes der Dresdner Bank unterliegen.“ (Beweisstück 230)

Sie ist unterzeichnet von Richter, Rinn, Schleipen und Schobert. Die gegenwärtige Geschäftsleitung betrachtet also den alten Vorstand und Aufsichtsrat als Träger der Entscheidungsgewalt und fühlt sich vorrangig den früheren Aktionären gegenüber verantwortlich. Sie setzt die zentralisierte Tätigkeit der Bank fort, die alle Aspekte der Führung einer Bank umfaßt einschließlich der Personaldisposition, der Bewilligung von Darlehen, des interzonalen Effektenhandels und so weiter.

Um diese Arbeit erfolgreich lenken zu können, hat die gegenwärtige Geschäftsleitung drei Büros eingerichtet: in Hamburg die Zentralstelle Hamburg zur Leitung aller Filialen in der britischen Zone, in Frankfurt/Wiesbaden die Zentraldirektion West für die amerikanische und die französische Zone und einen Verbindungsstab in Beckum in der britischen Zone. Im Bericht über ein Treffen der Zentraldirektion West, das am Sonntag, dem 20. Januar 1946 in Wiesbaden stattfand und an dem Schobert, Schleipen und Goetz (Vorsitzender des alten Aufsichtsrats, zu dieser Zeit unter Hausarrest) teilnahmen, heißt es:

„1.) Herr Schleipen berichtete, daß die bisherige Zentraldirektion West Beckum in „Verbindungsstab Beckum“ umbenannt worden sei, und zwar auch mit Geltung für die amerikanische und französische Zone, weil amerikanischerseits Wert darauf gelegt wird, daß keine Einflußnahme aus der englischen Zone auf die in der amerikanischen Zone tätige Geschäftsleitung erfolgt, was in der bisherigen Bezeichnung zum Ausdruck kam. Es sind jedoch Bedenken gegen die Bezeichnung „Verbindungsstab“ entstanden, weil diese Bezeichnung aus dem militärischen Sprachgebrauch entnommen ist und zu diesbezüglichen Mißverständnissen Anlaß gibt, was auch daraus zu ersehen ist, daß die Post des Verbindungsstabes fast stets von der Zensur kontrolliert wird. Es wäre daher wünschenswert, eine andere, nichtmilitärisch klingende Bezeichnung zu wählen. Über eine passende Benennung werden noch Überlegungen angestellt.

2.) Es wird festgestellt, daß es unzweckmäßig wäre, die Bearbeitung der unsere ehemaligen ausländischen Affiliationen betreffenden Angelegenheiten bei der Zentraldirektion West in Wiesbaden bzw. Frankfurt a. M. zu konzentrieren, wie das ursprünglich von Herrn Direktor Lange vorgeschlagen worden war. Es sollen daher die Westaffiliationen (Continentale Bank, Brüssel, Handelstrust, Amsterdam, Internationale Bank, Luxemburg) in Beckum bearbeitet werden unter Leitung von Herrn Dr. Entzian, dem Herr Paul beigegeben wird, während die Angelegenheiten der Ostaffiliationen in Hannover betreut werden unter Leitung von Herrn Dr. Wartisch, zu dem Herr Repke kommen soll. Hierdurch wird erreicht werden, daß die Bearbeitung in den Händen von Herren bleibt, die aus ihrem früheren Geschäftsbereich die Angelegenheiten kennen.“ (Beweisstück 231)

Es ist interessant, daß die derzeitige Führung der Dresdner Bank annimmt, sie könne den US-Richtlinien zur Dezentralisierung des Bankwesens durch formale Namensänderungen ihrer Verwaltung genügen. Daß man die Trennung der Besatzungszonen nur als geringfügiges Hindernis ansah, geht sehr deutlich aus einer Erklärung von Hans Rinn hervor, Mitglied der Geschäftsleitung der Dresdner Bank, der kürzlich entlassen und wegen Verstoßes gegen die Gesetze Nr. 8 und Nr. 52 angeklagt wurde. Er schrieb am 10. Januar 1946:

„Wie Sie sicherlich dort erfahren haben, hat sich hier im Westen eine gewisse Trennung zwischen der englischen Zone einerseits und der amerikanischen und französischen Zone andererseits herausgebildet, bedingt durch die Verordnungen der einzelnen Militärregierungen. Es ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, daß wir u.a. auch für die Personal-Bearbeitung der amerikanischen Zone eine neue Stelle schaffen, ähnlich wie dies in Hamburg für die englische Zone bereits erfolgt ist. Beide Stellen arbeiten jedoch nach wie vor nur in engen Kontakt mit der in Beckum domizilierenden Personaldirektion. Trotzdem ergeben sich aber für eine solche Stelle gerade in der amerikanischen Zone, zumal ja Beckum in der englischen Zone liegt, gewisse größere Aufgaben.

Es ist nun, wie Sie sich denken können, nicht sehr leicht, hierfür die geeigneten Persönlichkeiten zu finden. Ich habe nun dabei an Sie gedacht und möchte Sie hiermit fragen, ob Sie Lust hätten, nach Frankfurt zu kommen, um von dort die personellen Belange der in der amerikanischen und französischen Zone gelegenen Filialen zu behandeln. Was die ganze Konstruktion hier im Westen anbelangt, so wissen Sie ja wohl, daß für die englische Zone Herr Hölling in Hamburg und Herr Schleipen in Beckum und wahrscheinlich auch Herr v. Richter zuständig sind. Was nun die amerikanische Zone anbelangt, so bin ich dort bereits seit Juni d. Js. nach Prüfung von den Amerikanern schriftlich bestätigt worden und ich hoffe, daß auch Herr Schobert einen gleichen o.k.-Vermerk bekommt. Es würden alsdann Herr Schobert und Herr Schleipen für diese Zone verantwortlich zeichnen. Selbstverständlich bleiben wir in engster Fühlungnahme mit den Herren der englischen Zone, so z. B. befinde ich mich z. Zt. zwecks Besprechungen aller einschlägigen Fragen hier in Hamburg.“(Beweisstück 232)

Obwohl die Dresdner Bank in der Sowjetzone geschlossen ist, arbeitet in Hannover eine besondere Stelle, die Verbindungsstelle Ost:

„Für die Bearbeitung aller Fragen, welche die in der russisch besetzten Zone liegenden Stellen unserer Bank betreffen, haben wir die Verbindungsstelle Ost in Hannover (Adresse Dresdner Bank Filiale Hannover) eingerichtet.“ (Beweisstück 233)

Eine der Hauptaufgaben der derzeitigen Geschäftsleitung ist die Wiedereinstellung des alten Personals der Dresdner Bank, wobei sie die Diskrepanzen in der Entnazifizierungspolitik der Alliierten ausnutzt, um Leute von einer Zone in die andere zu schmuggeln. Ein einschlägiger Fall findet sich im oben erwähnten Beweisstück 231:

„10.) Ferner teilt Herr Schleipen mit, daß in der Angelegenheit Reck der englische Finanzoffizier, der Herrn Reck für die Mitarbeit in Beckum zugelassen hat, sich nicht nach der amerikanischen Entscheidung richtet, derzufolge Reck zu entlassen ist.“ (Beweisstück 231, S. 2)

Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, daß die Dresdner Bank solche Männer übernimmt, die nach 1938 mit der Leitung und Durchführung ihrer Tätigkeit in den Satellitenstaaten und besetzten Gebieten Europas betraut waren.

Dr. J. Entzian, führender Vertreter der Continentalen Bank in Belgien, ist gegenwärtig Leiter der Auslands-Abteilung im Verbindungsstab in Beckum. Leonhard Stitz-Ulrici, dessen Arbeit für die Dresdner Bank in der Tschechoslowakei in einem anderen Kapitel behandelt wurde, ist zur Zeit bei der Dresdner Bank in Frankfurt/M. angestellt. Dr. Anspach, der zu den Hauptrepräsentanten der Dresdner Bank in der Slowakei und in Polen gehörte, ist bei der Zentraldirektion West Frankfurt/Wiesbaden für Kreditangelegenheiten verantwortlich.

Es ließen sich weitere Beispiele dieser Art anführen. Die Statistiken über die Entnazifizierung des Personals bei der Dresdner Bank, die die Frankfurter Filiale vorlegte, weisen bis zum 20. Februar 1946 319 Entlassungen auf, worunter 39 Filialleiter waren (Beweisstück 234). In der französischen Besatzungszone sind bis auf eine Ausnahme – ein Name erscheint in der Liste der gegenwärtigen Filialleiter (Beweisstück 235) nicht mehr – noch alle Filialleiter der Dresdner Bank von 1944 im Amt. Die zentralisierte Tätigkeit der Bank erstreckt sich auf Kreditbewilligungen an Firmen in der amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszone, wodurch die derzeitige Geschäftsleitung die Möglichkeit erhält, die Finanzierung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus in diesen Gebieten in hohem Maße zu bestimmen.

Die Sitzungsprotokolle der Geschäftsleitung vom 4.Januar 1946 enthalten Unterlagen über Kredite zwischen 500.000 und 3.000.000 Reichsmark, die jeweils neun Firmen in der britischen Zone gewährt wurden, und über Kredite zwischen 100.000 und 500.000 Reichsmark, die an zwölf Unternehmen im gleichen Gebiet gingen. Dieselbe Versammlung beschloß Darlehen für die anderen Zonen, wobei sie die französische und die amerikanische Zone als Einheit behandelte und Firmen ungeachtet ihrer Zonen-Zugehörigkeit Kredite bewilligte. In der französischen und amerikanischen Zone waren dies vier in einer Höhe zwischen 500.000 und 5.000.000 Reichsmark und neun zwischen 100.000 und 500.000 Reichsmark (Beweisstück 236).

Dasselbe Beweisstück wirft ein interessantes Licht auf das Ausmaß, in dem die Geschäftsleitung der Dresdner Bank Kontrolle über Industrieunternehmen ausübt. Dies ist ja gerade eines der Hauptmerkmale, das die Großbanken zu einer so hochkonzentrierten Wirtschaftsmacht werden ließ. In dem betreffenden Fall geht es um eine Äußerung, die die Geschäftsleitung der Bank in Verbindung mit der Bewilligung einer Anleihe von 1,5 Millionen Reichsmark an die NSU-Werke AG Neckarsulm (Französische Zone) machte:

„Da der Vorstand (von NSU, Zusatz Ermittlungsbericht) entlassen ist, sind die notwendigen Maßnahmen zur rentablen Weiterführung des Betriebes von uns eingeleitet.“ (Beweisstück 236)

Die wirkliche Bedeutung dieser Aussage wird erst klar, wenn man sie im Zusammenhang mit der Tatsache betrachtet, daß die Dresdner Bank auf der letzten Hauptversammlung der NSU über das Depotstimmrecht insgesamt 6.687.000 Reichsmark oder 84% des gesamten Aktienkapitals von 8.000.000 Reichsmark vertrat. Die zentrale Leitung ihrer Geschäfte in den drei Westzonen war der Hauptfaktor, über den die Dresdner Bank ihre Vormachtstellung im gegenwärtigen Effektenhandel begründete. Hans Rinn, vormals Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter der Börsen-Abteilung bei der Dresdner Bank, schrieb am 19. Januar 1946:

„Das Geschäft ist so eingelaufen, daß wir ohne Übertreibung sagen können, die Dresdner Bank beherrscht das gesamte Effektengeschäft im Westen und Südwesten. Trotdem wir inzwischen die Herren Cron, Werlein, Brock, Langhof und Heilmeyer eingestellt haben und uns außerdem auch bewährte Frankfurter Mitarbeiter unterstützen können, hat das Geschäft einen solchen Umfang angenommen, daß wir Gefahr laufen, in der Arbeit regelrecht zu ersaufen. Daß bei dem Geschäft selbstverständlich … per Saldo etwas übrig bleibt, brauch ich Ihnen wohl, da Sieja unsere Geschäftsmethoden von Berlin her kennen, nicht besonders zu betonen. Bei der heutigen schwierigen Lage der Bank müssen wir … alles daran setzen, um die Gewinn- und Verlust-Rechnung, soweit es irgendwie geht, in positivem Sinn zu beeinflussen.“ (Beweisstück 237)

Welches Handelsvolumen die Frankfurter Filiale mit Wertpapieren erreichte, läßt sich aus ihren eigenen Unterlagen ersehen. In der Zeit vom 1. Januar bis 28. Februar 1946 kaufte sie Effekten im Nennwert von 3.445.200 Reichsmark von Privatpersonen oder anderen Banken. In Anbetracht der Tatsache, daß Wertpapiere im allgemeinen in Hamburg, wo die Zentralstelle der Dresdner Bank saß, höher notiert waren, nimmt es nicht wunder, wenn ein wesentlicher Teil der Effekten von Frankfurt nach Hamburg gelangte. Im selben Zeitraum, vom 1. Januar bis zum 28. Februar 1946, verkaufte die Frankfurter Filiale der Dresdner Bank Wertpapiere im Nennwert von 983.800 Reichsmark nach Hamburg.

Gegen die dortige Filiale wird zur Zeit wegen des Verstoßes gegen das Gesetz 55 der US-Militärregierung ermittelt, wonach der Handel mit I.G. Farben-Aktien nach dem 29.Januar 1946 verboten ist. Sie hat noch nach diesem Stichtag I.G. Farben-Aktien im Wert von 170.000 Reichsmark an Hamburg abgeliefert. Noch am 27. Februar lieferte sie I.G. Farben-Aktien im Wert von 2.000 Reichsmark an die Mainzer Filiale (Beweisstück 238).

Die Dresdner Bank ist auch heute noch eine große Bank. Die Unterlagen, die in den letzten Kriegstagen verlorengingen, sind noch nicht wieder vollständig rekonstruiert worden. Nach Schätzungen der Bank jedoch beliefen sich die Aktiva, die zum 31. Dezember 1946 von der Geschäftsleitung verwaltet wurden, auf 3,81 Milliarden Reichsmark. Davon waren 1,45 Milliarden Reichsmark in der amerikanischen Zone, 2,1 Milliarden Reichsmark in der britischen und 260 Millionen Reichsmark in der französischen Zone (Beweisstück 234). Die Bank betreibt zur Zeit insgesamt 128 Filialen in den drei Westzonen, wovon 15 in der französischen liegen, 73 in der britischen und 40 in der amerikanischen. In allen drei Westzonen zusammen beschäftigt sie ungefähr 2.800 Angestellte (Beweisstück 234).

Die Männer, die heute die Bank leiten, hatten in der alten Dresdner Bank verantwortliche Positionen inne. Sie trugen zur Formulierung und Durchführung ihrer Geschäftspolitik unter dem Nazi-Regime bei. In Anbetracht der vorliegenden Untersuchung über die Dresdner Bank kann solchen Leuten keinerlei Verantwortung bei der Gestaltung und Beeinflussung der wirtschaftlichen und finanziellen Zukunft im heutigen Deutschland übertragen werden.

Aus: Ermittlungen gegen die Dresdner Bank – 1946 -, herausgegeben von Hans Magnus Enzensberger, verlegt bei Franz Greno, Nördlingen 1986.


1968 – Kampf um Gelsenberg

Die Dresdner Bank hatte Schalter und Büros schon geschlossen, als die Redakteure der Hamburger Spezialagentur „Erdöl-Informationsdienst“ ein Bankgeheimnis erfuhren. Über Telephon aus Paris verriet es der Generaldirektor der Compagnie Francaise des Pétroles (CFP), Victor de Metz.

Am nächsten Morgen, Mittwoch letzter Woche, erschraken westdeutsche Politiker und „Wirtschaftskapitäne über die Meldung des Informationsdienstes. Es hieß, die Dresdner Bank habe Frankreichs größten Öltrust, die CFP (fünf Milliarden Mark Jahresumsatz, zu 35 Prozent in Staatsbesitz), zum Miteigentümer an Deutschlands größtem Energiekonzern, der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (CIBAG), gemacht. Laut de Metz ist zwischen der deutschen Großbank und der CFP vereinbart worden, eine „Auffanggesellschaft für deutsche Ölinteressen“ zu gründen. In dieses Unternehmen, so de Metz, werde die Dresdner Bank ihren 30prozentigen Anteil an der GBAG einbringen. CFP und Dresdner Bank würden das Effektenpaket, das einen Nominalwert von fast 150 Millionen und einen Börsenwert von 350 Millionen Mark hat, gemeinsam verwalten.

Die deutsch-französische Kooperation erschien vernünftig. Denn die Essener GBAG benötigt jährlich 5,5 Millionen Tonnen Öl, fördert aus den eigenen Feldern in Libyen jedoch nur 3,8 Millionen. Den Fehlbedarf könnte die CFP decken, aus deren Quellen in aller Welt jährlich 50 Millionen Tonnen Rohöl sprudeln. Trotzdem waren die GBAG-Oberen über die Nachricht ebenso geschockt wie die Spitzen Bonns. Gelsenberg-Generaldirektor Dr. Friedrich Funcke zeigte sich über die Aussicht, künftig einem französischen Großaktionär dienen zu müssen, derart verstört, daß er sich selbst von Freunden nicht sprechen ließ. Funckes Ölfachmann im Vorstand, Dr. Walter Cipa, atmete erleichtert auf, als er in der Badewanne das erste offizielle Dementi vernahm. Im Radio donnerte Wirtschaftsminister Schillers Staatssekretär Klaus Dieter Arndt: „Ente.“

Der Hauptakteur, die Dresdner Bank, hüllte sich in Schweigen. Ihr Vorstandsmitglied Werner Krueger, zugleich GBAG-Aufsichtsrat, zog sich in sein Haus im Odenwald zurück, wo er telephonisch nicht zu erreichen ist.

Bereits im Juni letzten Jahres hatte es Ärger wegen des GBAG-Pakets gegeben. Damals wollte Bankboß Krueger den wertvollen besitz an den Bund verkaufen. Krueger und sein Kollege Hermann Josef Abs, der für die Deutsche Bank sieben Prozent vom GBAG-Kapital (485 Millionen Mark) hält, hatten das Bonner Interesse mit dem deutlichen Hinweis geweckt, potente Ausländer seien kaufbereit. Mit der Veräußerung des GBAG-Pakets aber wäre der letzte in nationalem Besitz verbliebene große deutsche Ölwert ins Ausland abgeschwommen. Zudem hätte der Export der Gelsenberg-Aktien Karl Schillers Plan gefährdet, die deutschen Ölkonzerne GBAG, Veba, Wintershall und Preußag zu einem auch international bedeutenden Unternehmen zu verschweißen. Der Bund wollte den GBAG-Anteil übernehmen und den Besitz in die geplante Großgesellschaft einbringen.

Doch das Geschäft mißlang. In Gesprächen mit den Bankiers Krueger und Matthiensen von der Dresdner und Abs von der Deutschen Bank erfuhr die Bundesregierung, daß ihre Partner das Objekt nicht unter einem Börsenkurs von 190 veräußern wollten. Dieser Preis war der Bundesregierung zu hoch. Als der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Schmidt dann auch noch laut heraus erklärte, die Bundesregierung werde sich „von niemandem nötigen lassen“, brach Krueger verärgert die Gespräche ab.

Alle weiteren Versuche Kruegers, seinen Ölberg an andere deutsche Interessenten wie Farbwerke Hoechst oder den Volksaktienkonzern Veba zu veräußern, schlugen fehl.

In diesem Sommer spähten Krueger und Matthiensen neuerlich jenseits der Grenzen nach einem Interessenten für die goldene Last aus. An der Börse kam das Gerücht auf, die Bank habe von der CFP den Auftrag erhalten, für französische Rechnung die Aktienmehrheit von Gelsenberg (243 Millionen Mark nominal) aufzukaufen. Die CFP habe sich bereit erklärt, der Bank die Mehrheitsbeteiligung zum Kurs 290 abzukaufen. In wenigen Monaten schoß daraufhin der Gelsenberg-Kurs von 170 auf 244 Punkte. Tatsächlich hatte der Vorsitzende des Bank-Aufsichtsrats Ernst Matthiensen Verhandlungen mit CFP-Präsident Victor de Metz geführt, um die Franzosen über die deutsche Großbank an der GBAG zu beteiligen. Bonns Wirtschaftsminister Karl Schiller jedoch blockte die Kontakte ab.

Beim letzten deutsch-französischen Konsultationsgespräch am vorletzten Wochenende in Bonn machte Karl Schiller dem französischen Wirtschaftsminister Francois-Xavier Ortolí klar, daß ein „Verkauf deutscher Ölfirmen nach Frankreich nicht in Frage kommt“. Schiller will „erst mal die Erdölangelegenheiten auf nationaler Ebene in Ordnung bringen“. Ortoli gestand, diese Abfuhr habe ihn „äußerst erregt“. Schiller verlangte, die deutschen Unternehmen sollten, ehe sie mit französischen Ölmagnaten kooperierten, sich zunächst zusammenschließen. Auf keinen Fall aber sollten sie der CFP „Aktien überlassen“. Die Deutschen, die 25 Prozent des inländischen Ölbedarfs decken, aber nur fünf Prozent aus eigenen Quellen schöpfen, könnten dann mit französischer Hilfe ihre Marktlücke schließen. De Gaulles Wirtschaftsminister Ortoli wertete diesen Plan als „verschleierte Absage“. CFP-Präsident de Metz aber ging zum Angriff über und behauptete, sein Abkommen mit der Dresdner Bank sei bereits perfekt.

Der Vorstoß des Franzosen trieb die verdatterten Bank-Bosse am letzten Mittwoch in eine Klausurtagung. Nach achtstündiger Sitzung am Hamburger Jungfernstieg erklärten sie schließlich, auf Bonner Wunsch seien die Verhandlungen „einstweilen ausgesetzt“. Zudem werde die Bank über ihren Ölwert „nur in voller Loyalität“ mit der Bundesregierung verfügen und den geplanten nationalen Konzern nicht durch Verkauf der Aktien ins Ausland torpedieren.

Unter der Hand hat Schiller der Dresdner Bank bereits einen neuen alten Interessenten präsentiert: die Farbwerke Hoechst. Schiller und sein Staatssekretär Arndt halten es für ausgeschlossen, daß die Dresdner Bank sich noch einmal mit der CFP einläßt. Arndt: „Die Bank wäre im Eimer, wenn wir auspacken würden.“

Zitat: DER SPIEGEL 41/1968 vom 07. Oktober 1968, Seite 74

Andreas Jordan, September 2008
Quelle: http://www.gelsenzentrum.de/omgus_dresdner_bank.htm

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.